Parthische Festungen von Nisa
Die Hauptstadt des Partherreichs in der Nähe von Aschgabat, wo zwei Jahrtausende königlicher Geschichte in verwitterten Lehmziegelwällen und außergewöhnlichen Elfenbeinrhyten überdauern.
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Überblick
Was die meisten Besucher innehalten lässt, sind nicht die Mauern - obwohl das Ausmaß der Erdwälle beträchtlich ist -, sondern das, was Archäologen hier im 20. Jahrhundert aus dem Boden bargen. Darunter eine Sammlung von Elfenbeinrhyten, aufwändige Trinkhörner mit hellenistischen Figuren, so meisterhaft gearbeitet, dass sie mühelos zwischen zwei Welten standen. Die Parther besaßen jenes eigentümliche Talent, griechische Ästhetik aufzusaugen und dabei trotzdem unerschütterlich iranisch im Geist zu bleiben. Ihre Kunst war der diplomatische Händedruck zwischen Ost und West, lange bevor irgendjemand die Seidenstraße als Begriff erfand.
Heute liegt die Stätte nur eine kurze Fahrt westlich von Aschgabat, flach am Horizont und aus der Ferne leicht zu unterschätzen. Aus der Nähe bilden die verwitterten Wälle von Alt-Nisa ein unregelmäßiges Vieleck, das einst das Schatzhaus, die Weinkeller und die Zeremoniensäle der Arsazidenkönige umschloss. Ausgegrabene Nischen und die Grundrisse einer Rundhalle lassen einen Ort erahnen, der für Rituale ebenso gedacht war wie für die Verwaltung. Die Landschaft trägt die eigentümliche Stille eines Ortes, der einst von menschlicher Aktivität laut erfüllt war.
Ein leise amüsantes Detail sei erwähnt: Die Parther, gefürchtete berittene Bogenschützen, hinterließen Bauwerke, die nach zweitausend Jahren Sonne und Wind wie die in sich gefallene Erinnerung an etwas Großartiges wirken. Und doch sind die Elfenbeinrhyten, die sie schufen - heute im Nationalmuseum von Aschgabat bewahrt - so vollendet ausgeführt, dass sie als zeitgenössische Skulpturen durchgehen könnten. Die Soldaten verfielen; die Kunst blieb.
Highlights
Warum sich ein Besuch lohnt
- Die tatsächliche Hauptstadt jenes Imperiums betreten, das Roms Ostexpansion fünf Jahrhunderte lang aufhielt
- Die archäologische Herkunftsstätte einiger der feinsten hellenistischen Elfenbeinschnitzereien Zentralasiens erleben
- Ein UNESCO-Weltkulturerbe in unmittelbarer Reichweite von Aschgabat erkunden - nahezu ohne andere Besucher
- Begreifen, wie die parthische Kultur in einem kompakten, eindrucksvollen Ensemble den griechischen Westen und den iranischen Osten verband
- Weitläufige, verwitterte Wälle fotografieren, die älter sind als die berühmtesten Denkmäler des Römischen Reichs
Beste Reisezeit
März bis Mai ist ideal, mit milden Temperaturen und gelegentlichen Regenfällen, die die umliegenden Hügel kurz ergrünen lassen. September und Oktober sind ebenso angenehm, mit klarem Himmel und Temperaturen, die den Rundgang über das Gelände zum Vergnügen machen. Die Sommermonate Juni bis August sind strapaziös - die Stätte liegt vollständig der Karakum-Sonne ausgesetzt, ohne jeglichen Schatten, und die Mittagshitze wird unzumutbar. Winterbesuche sind möglich, doch die Lehmwege der Anlage können nach Regen glitschig werden.
Anreise
Alt-Nisa liegt etwa 18 km westlich von Aschgabats Stadtzentrum und ist damit eine der am leichtesten erreichbaren bedeutenden Ausgrabungsstätten Turkmenistans. Die Fahrt dauert rund 30 Minuten auf der Hauptstraße entlang der Kopet-Dag-Ausläufer. Unsere Reiseführer und Fahrzeuge übernehmen die gesamte Logistik, einschließlich des Zutritts zur Stätte und aller erforderlichen Einlassmodalitäten.
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